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NEU - Jahreshoroskop 2019

small white flowers von Karin Brandl - bei der Kunstausstellung das kleine format - Künstlervereinigung Die Ecke
Ecke Galerie - 30. November bis 29. Dezember 2018, Elias-Holl-Platz 6, Augsburg

small white flowers - versch. Materialien auf Holz, 2018, Konzept erneuerbare Energien
Windräder sind o.k., sie überschwemmen niemand und drehen sich friedlich.


Blindgänger, so schnell kannst du gar nicht ...

 

„Schau’n wir mal, ob wir einen treffen” , feixte der Hans, als die Erde bebte. Fast hätte man gemeint, sie wollten das Haus der Künstlerin, neben dem Stadtkanal im Oberwasser des kleinen Kraftwerks, durchschütteln bis es zusammenfällt. Woher sollte der Hans schon wissen, ob da noch was ist, im Boden? Und wenn, dann könnte es ja sein, dass das Eisen dran vorbei schrammt, oder? Glück muß man haben! Und bei einem Treffer braucht es dann eh keine Bodenuntersuchung mehr. Dann ist da nämlich ein Riesenloch, da siehst du alles auch ohne Metallsonde. 

„Achtung! Melde auftragsgemäße Erfüllung Uferbaumaßnahme. Rammen fünfmeter lange Träger in den Grund.” Stampf! Einen nach dem andern, blind in den Kanalboden, dreieinhalb Meter tief.

Mit beiden Händen umklammerte der Vorarbeiter Hans das Eisen. Hoch über seinem Kopf schwebte, grün gestrichen, die schwere Ramme am langen Arm des Baggers. Immer schon fürchtete der Hans, einmal im Leben auf eine Bombe zu treffen. Ein zweites Mal würde es nie geben.

„Ich höre, ob es Holz ist,” sagte er. „Und wenn hier irgendwo eine Bombe im Boden wäre, dann wär' die längst hochgegangen.” Augen zu und - stampf! Der Eisenträger war angespitzt, um einen unbekannten Widerstand im Boden zu durchbrechen. Der Rammbock preßte und brummte. Die Kiesel ächzten unter seiner Gewalt. Pause. Dann wieder tiefes Grollen und Erschütterungen bis ins Herz der Erde. Plötzlich bäumte sich der Boden auf. „Aber ich hab' doch Holz gehört,” dachte sich der Hans. Steine flogen durch die Luft und Schlamm.

Das Wasser im Kanal wurde blitzschnell in ein Loch gesaugt. Rote Spiralen flossen in diesen Gully. Es gluckerte und schmatzte. Ein absurdes Fressen später Krieger. Der schwere Eisenträger hatte sich vom Bagger losgerissen. Raketengleich hob er mit dem Hans vom Boden ab und stieß seinen Kopf direkt an den Himmel. Inmitten tausend goldener Blitze wiederholte der Hans, es sei doch Holz gewesen, worauf der Eisenträger stieß. „Holz!” Sirenen heulten. „Hooolz! - Hooolz!” Ein zweites Mal sollte es nie geben. 

Doch in der Hamsterstadt wo alles billig ist, gibt es ein zweites Mal, und ein drittes und ein viertes. Nicht für den Hans zwar, aber der Klaus, der Fritz und der Kurt, die sind noch da. Zu denen kann der Weltkrieg wiederkommen aus dem Dunkel der Erde, wo er stillschweigend lange Zeit verschlief.

Derweil hält sich die Künstlerin im Oberwasser. Sie läßt sich nicht versprengen! Bevor's den Kurt zerreißt, oder den Klaus, geht sie wieder hinter's Haus. Dort ist sie vor Kriegsgelüsten sicher.  

© Karin Brandl Alchima® 01/12/2017 Projekt ‘Heimat Augsburg’ 

 

In meiner Heimatstadt Augsburg suchen sie Blindgänger im Boden der Stadtkanäle mit der Ramme. Schlau, denn wenn man einen findet, erübrigt sich das Evakuieren und Entschärfen!  - siehe auch: blind gerammt

 


Wasserbau in meiner bayerischen Heimatstadt

Das drückt das Wasser wieder hin!

Lieber Gott waren das Zeiten, als es den Jackel noch gab! Und starke Muskeln in Männerarmen, und nicht nur depperte Sprüche im Hirn. Jahrzehntelang hat der Jackel hier am Lochbach hölzerne Uferpfosten handeingeschlagen, knapp unter den Kanalboden und leicht geneigt nach außen zum Land hin. Und das hat gehalten. Da ist sogar ein ganzer Güterzug, die Localbahn, täglich zweimal am Ufer entlang gefahren und die Uferwände sind trotzdem nicht ins Wasser gefallen.

In letzter Zeit aber rammten sie Eisen ein, mit Schreitbagger und Wasserwaage, damit’s senkrecht wird. Aber senkrecht blieb’s dann nicht, denn sobald sie ihren Kies hinter die Holzwand baggerten, kippte die Wand Richtung Kanal. “Das drückt das Wasser wieder hin”, sagten sie - so gescheit muß man mal sein! Ja das Wasser. Fließendes Wasser hat einen kleinen Kopf und der drückt nicht.

Was drückt, ist der rollende Kies, weil der nicht von selber steht, wie der Lehm. Und wenn man Kies einfüllt und die Stützen nicht fest genug im Boden sind, kippt’s halt. Und das wiederholten sie dann ein paar Jahre lang, nur weil sie’s nicht glauben konnten? Um den Fehler herauszufinden, brauchten sie Bodengutachten und Ingenieure. Heute müssen 20er Eisenträger 3,5 Meter tief eingerammt werden, alle anderthalb Meter einer. Die Statik ist LGA-geprüft, aber nach Blindgängern im Boden hat keiner geschaut. So geht Wasserbau in Augsburg heute.

Der Jackel hätte lauthals gelacht über soviel Unverstand - und feste draufgehauen, weil DER hätte nicht soviel Zeit gehabt zum Herumprobieren. Der Jackel war halt gradaus und handfest. 
(© Alchima 4.9.2018)


Früher standen in Augsburg Bäume am Stadtkanal, heute liegt ein toter Fisch im Wasser. 

Baumfällungen in der Heimat - Exempel zerfressener Demokratie

Schau‘ hi, Demokratie,

toter Fisch im Wasser - ja

den macha‘s hi, des schaffa die,

dauert nimma lang.

Was kann ich schon tun,

außer nicht schweigen

und richtig Wünschen:

Gute Besserung Welt!

Gedanken von Karin Brandl, 28.6.2017

Demokratie - Ölbild von Karin Brandl 80 x 90 cm, 2017 (vom 15.9. - 8.10.2017 gezeigt im Kulturmodell Passau, Bräugasse 9, bei der Kunstausstellung ‘Leben wie ein Baum, einzeln und frei’)


Wasserkraft minus Wasserschutz ist Wasserstoff Heimat Augsburg  01/04/2018 Karin Brandl


retro ...

 Tarot der Farben - von Karin Brandl

 Tarotdeck, künstlerische Edition, numeriert, signiert

 

 

 

 

 

 

Über die Herrschaft des Niemand    -   Hörstücke


Charivari/Gamsbärte von Karin Brandl in Haag i. Obb. - Kunstausstellung ‘Extreme Bayern’ bis 16. Juli 2017

Charivari: bayrischer Trachtenschmuck voller Talismane und Abwehrzauber Gamsbart: wogender Pinsel am bayrischen Trachtenhut - Filz kommt raus, wenn man bei den Richtigen unterm Bettstatt’l kehrt

Bild ‘Wiesn-Polizist’auf der Einladung v. Peter Gödke

die teilnehmenden 25 Künstlerinnen und Künstler

2016 bei Ottfried Fischer ‘Extrem bayrisch’ Museum Schrobenhausen


Meine Heimat Europa - Ausstellung Kunstpavillon München - bis 9. April 2017

Asarum europaeum - Collage von Karin Brandl, 2017

Vernissage am 23. März im Kunstpavillon München

(Foto Heinz Schauer) 


Unbequeme Künstlerinnen werden ersäuft!

Wasserwehr   Objektinstallation von Karin Brandl März 2017 - Herbeigeführtes Hochwasser durch ein Wasserkraftwerk - wenn vorne überstaut wird, läuft der Kanal hinten über, capito? Nach alten Plänen baut die Künstlerin eine Abfüllanlage am Kanalufer, die das Hochwasser gleich wegschlürft. Der Kanal vorm Haus führt 180 000 Liter in der Minute und so wird sie mit jeder herbeigeführten Überschwemmung reicher! Toll - die Stadt bekommt 2019 für’s Wasser den Unesco-Welterbetitel. Da werden die Flaschen Weltkultur! 

Objektinstallation im Hochwassermuseum von Ottfried Fischer


50. Kunstausstellung im Finanzamt Pfaffenhofen mit Objekt ‘White Flowers’ von Karin Brandl

Das Interesse der vielen Besucher war groß, am 26.1.2017 bei der Vernissage zur Jubiläumsausstellung noch bis 31. März stellen zahlreiche Kunstschaffende Werke zum Thema Pfaffenhofen an der Ilm aus.

Anmerkung: Aufgrund der neuen Datenschutzverordnung DSGVO wurden die Gesichter (außer meinem eigenen) auf vielen Fotos dieser Website abgedeckt, Vielen Dank für Ihr Verständnis.


Das Ja - Fotokollage/Texte in Digitaldruck, von Karin Brandl, gezeigt im Kunstpavillon München

Hintergrund meiner vier Fotocollagen ‘Das Ja’ ist der Verfall demokratischer Strukturen und die Radikalisierung der Kommunikationsmittel in meiner Heimat Augsburg.

Im Jahr 2016 wurden in Augsburg Menschen, die für einen Bürgerentscheid Unterschriften sammelten (ein demokratisches Recht jedes einzelnen!), mit  Schandplakaten am eigenen Ladengeschäft und persönlicher Verunglimpfung öffentlich angegriffen.
Politisch Verantwortliche eierten herum. Eine entschiedene Ächtung solchen Vorgehens, wurde von vielen vermißt. Anstatt der massiven Radikalisierung sofort deutlich entgegen zu treten, wurde eine Werbekampagne forciert, die die Stimmung gegen einen Bürgerentscheid anheizte. Zentrale Botschaft war das Wort JA.
Es prangte am Theater, auf Bannern, Plakaten und am Leib des OB, der sich so öffentlich jeder Neutralität seines Amtes enthielt. Die Schmierereien und persönlichen Angriffe gegen Vorsitzende der Bürgerinitiative dauerten an.

Das JA reklamierte 2016 Zustimmung zur Millionen teuren Neuverschuldung einer der ärmsten, hoch verschuldeten Großstädte - für die geplante Sanierung des alten Stadttheaters, die angeblich so alternativlos sein soll, dass sie die veranschlagten Millionen (plus weiteren, wie nachträglich bekannt wurde) verschlingen muß.

Interessanterweise zeigt eine sehr bekannte historische Fotografie von 1934 das Theater Augsburg mit großen Bannern verhängt, auf denen riesengroß das Wort Ja reklamiert wird. Jasager sollten der Machtkonzentration auf den Führer durch Ämtervereinigung von Kanzler und Präsident zustimmen. Es war u.a. ein Ja zu Gewalt und Krieg und zum resultierenden größten Verlust, zur totalen Pleite.


Art Happening Freiheit universell! - München 2016

Auf meiner Erde bin ich frei - Lesung von Karin Brandl zur gleichnamigen Installation, Uraufführung beim Art-Happening Freiheit universell! - München 8. Juli 2016

(...) Schon lang wächst da kein Gras mehr drüber. (...) Kleine Wasserkraft geht über alles … über alles in der Welt.
(...) Frei bauen kann man Ufer für Kanäle. Bauen wie man will. Hei, wie die Bagger brüllend durch das Wasser schäumen.
Unendliche Sanierung macht den Firmen richtig Spaß! Fehler werden öfter immer besser. Immer wiederholt. Reiß’ ab, mach neu, und immer wieder Gartenwüste.
Befehl ist Befehl vom Oberkommando Wasserkraft. (...)

Die Grundlage ist dokumentarisch. Alles was die Bilder zeigen, fand in meinem Garten und unter meinem Schlafzimmerfenster statt. Immer wieder.

Ich nehme mir die Freiheit und mache Kunst daraus.

Das Art Happening ‘Freiheit universell’ in der KUNSTBURG FÜR TRADITION UND ANARCHIE in München war der ideale Rahmen für meine Installation aus großformatigen Bildern von Uferbauarbeiten und Gartenerde. Bei der Vernissage trug ich die Lesung vor, die großen Anklang fand. Vielen Dank an alle, es war ein schönes Wochenende mit interessanten Gesprächen über Freiheit. 

Vernissage am 8. Juli 2016

beide Fotos: Guido Sieber

Foto: Heinz Schauer


Unter uns.
Performance Hochwasserkunst bei 
 Ottfried Fischer im
 Hochwassermuseum Jahreshoroskop Räucherduft und 
Feuerzauber Tarot

Email: karin-brandl(af)alchima.de     Karin Brandl, D - Augsburg     Telefon 0049 (0) 821 - 157443

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Siehe auch  www.buerokraten.alchima.de                          Bilder. Texte, Hörstücke © Karin Brandl Alchima®