Augenschein   Blog von Karin Brandl                                 alle Bilder,Texte, Hörstücke © Alchima® Karin Brandl

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Sind die vier Elemente im Gleichgewicht, fühlen wir uns rund  -  2.6.2016

 

Die Elemente definieren seit der Antike einfachste Bausteine, aus denen sich die körperliche Welt zusammensetzt.

Sie besitzen aber auch eine innere und seelische Entsprechung.

Feuer steht für Mut, Wille, Zielgerichtetheit und die Kraft des Herzens. Luft steht für Geist, Denkfähigkeit, Wissen und Klarheit. Wasser steht für Emotionen, Intuition, Hingabe und Beweglichkeit. Erde steht für Festigkeit, Sicherheit, Fülle und Geborgenheit.

Sind die Elemente in der Seele ausgeglichen, fühlen wir uns wohl. Fehlt ein Element oder dominiert eines, geraten wir aus dem natürlichen Rhythmus. Das Ungleichgewicht macht sich negativ bemerkbar. Woran es krankt, läßt sich mit ein wenig Überlegung leicht feststellen.

Zu viel Wasser macht sorgenvoll, ängstlich und launisch. Zu wenig Wasser macht herzlos und unsensibel, der Mensch wird unbeweglich und kann nicht loslassen.  -  Fehlt Erde, ist der Mensch ruhelos, unbeständig und zerstreut, während Erde im Übermaß phlegmatisch und müde macht.  -  Zu viel Feuer ist zerstörerisch, hitzig, ein Strohfeuer nach dem anderen, aber keine dauerhafte Begeisterung. Zu wenig Feuer macht passiv und schlaff, ohne Selbstvertrauen.  -  Zu viel Luft läßt haltlos werden, der Luftikus, der nichts ernst nimmt. Bei zu wenig Luft hingegen erstickt jede neue Idee, der Mensch wird starr im Denken, dumpfsinnig, hält an alten Überzeugungen fest und prüft nichts auf Richtigkeit.

Mache ich mir zu viele Sorgen? Bin ich festgefahren? Bräuchte ich etwas Neues, das mich erfüllt? Bin ich zu leichtsinnig oder passiv oder ... Solche Fragen führen schnell auf die richtige Spur und zum fehlenden bzw. übermäßigen Element. Lassen wir uns ein auf die Elemente in der Natur draußen, verbinden wir uns auf unmittelbare Weise mit ihnen. Dies gleicht sie auch im Inneren aus.  - siehe hierzu meine kurze Übersicht über die Elemente

 


 

‘Extrem Bayrisch’ - mit Karin Brandl in der Kunstausstellung    -  1.5.2016

Ottfried Fischer eröffnete am 30. April  die Ausstellung ‘Extrem Bayrisch’ im  Museum Schrobenhausen - Texte und Fotos über typisch Extremes in Bayern, sowie eine Kunstausstellung mit Arbeiten von bayrischen Künstlerinnen und Künstlern - bis Ende Juli.

 

Dort im Heiligeneck der guten Stube vom Schloß hängt meine Fotoarbeit ‘Charivari / Gamsbärte’, die ich zum Thema ‘Extrem Bayrisch’ konzipiert habe. Zünftig zur Vernissage plattelten d’Schwuhplattler, die sich seit Jahren dem Erhalt der traditionellen Eingeborenentänze Bayerns widmen. Guad woans!    

 Impressionen von der Vernissage

 


 

Wer will im Theater Augsburg weißeln?  -  26.4.2016

In jener schicksalhaften Novembernacht 1937 hatte der Führer, nach der Aida-Aufführung in Augsburg, den Tinnitus des Triumphs noch im Ohr.

Fest stand, dass der Theaterbau aus dem späten 19. Jhd. der Größe seiner Visionen für die Gauhauptstadt in keinster Weise entsprach. Auch der letzte Umbau war zu klein bemessen. Noch in der Nacht soll der Führer einen vergrößerten Portikus und fünf Triumphbögen mit eigener Hand skizziert haben, als würdigen Abschluß einer breiten Aufmarschallee. Für den Umbau gab es einen Reichszuschuss von 2,4 Millionen Reichsmark plus jährlich 100.000 RM für die laufenden Kosten.

1944 wurde das Theater zerbombt und in den 50er Jahren sparsam wieder aufgebaut.

Aktuell wird das Theater Augsburg jährlich mit 23 Millionen Euro subventioniert. Das reicht nicht mal für eine Putzfrau im Klo oder ein paar Farbeimer, um die heruntergekommenen Werkräume regelmäßig zu streichen. Laufende Fotoserien im Foyer beweisen anschaulich die schreckliche Verwahrlosung der Räumlichkeiten. Wer will, kann sich dort in die Liste eintragen und beim Weißeln helfen.

In den Augsburger Schulen streichen immerhin Eltern noch Flure und Klassenzimmer, weil Augsburg kein Geld hat. Aber die jungen Eleven am Theater sind schon flügge und kommen oft von weit her. Sie haben hier keine Eltern, die ihnen was weißeln.

Deshalb wollen sie von den Augsburgern sofort ein frisch gestrichenes altes Theater. Kosten sollte es 235 Millionen Euro, schön gerechnet plötzlich 189 Millionen, später vielleicht 300 Millionen. Und wer die hohe Neuverschuldung für Augsburg scheut, fliegt raus.

 


 

Wollt ihr eine totale Stadt?  -  17.4.2016

Unbekannte kleben nachts in Augsburg Schandplakate ans Schaufenster einer Buchhandlung, weil der Inhaber mit einer Bürgerinitiative Unterschriften für einen Bürgerentscheid sammelt. Augsburg hat Schulden von 345 Millionen und für den  Theaterumbau soll eine Neuverschuldung von 72 Millionen über Kredite aufgenommen werden. Gibt es denn keine andere Lösung? Und sind alle Augsburger einverstanden, wenn ihre Enkel bis 2035 daran noch abzahlen? - Hier sollten die Bürger gefragt werden und abstimmen dürfen. Aber es gibt eine erschreckende Radikalisierung gegen Bürgerrechte in Augsburg.     

 

 

 


 

Sonnenfrüchte aus meinem Garten -  8.4.2016

Der heiße Sommer 2015 bescherte mir üppig Fleischtomaten, ich ernte noch immer, allerdings aus der Tiefkühltruhe. Die Haut sonnenreifer Früchte läßt sich leicht abziehen. Dann schneide ich sie in Stücke und friere sie pfundweise ein - für feine Sößchen!

 

Spaghetti mit Frühlingssoße

Ein Pfund eingefrorene Fleischtomaten erhitzen. Etwas Olivenöl, getrocknetes Basilikum, Estragon, Oregano, Salz, Pfeffer, eine Prise Zucker dazu und leise köcheln lassen, bis eine sämige Soße entstanden ist. Zwischendurch umrühren. Evtl. Schuß Sahne dazu.

Zwischenzeitlich die Spaghetti bißfest kochen. Zuletzt in die heiße Tomatensoße eine Handvoll jungen Bärlauch, fein gehackt, einrühren. Nicht mehr kochen. Mit frisch geriebenem Parmesan servieren.

Sonnenverwöhnte Fleischtomaten haben ein unvergleichliches Aroma! Ich ziehe meine bevorzugten Ochsenherzen aus Samen selbst. Die Jungpflanzen wachsen im Tomatenhaus auf, ins Pflanzloch kommt eine Schaufel Kompost und ein Brennesselzweig, lüften, gießen, später ernten.

Was braucht man mehr?

 


 

Rauschgold     -   26.3.2016

König Midas von Phrygien verlangte von den Göttern, dass sich alles was er berührt, wieder in Gold verwandeln möge, so wie früher schon einmal. Damals opferte er der Raffgier beinahe seine Familie. Jetzt war er wieder im Goldrausch. 

Die Götter aber hatten die Nase voll von dem Kerl. „Er hat nichts aus der Geschichte gelernt“, meinte Jupiter. „Wir müssen ihm Grenzen setzen“, bestimmte Saturn und reckte sein Stundenglas in die Höhe. „Gute Idee“, rief Pluto aus der Unterwelt. „So einen kann ich bei mir im Keller gut gebrauchen. Den lass‘ ich die Kloake putzen.“ Also kamen die Götter überein, Midas‘ Wunsch zu erfüllen.

Am Morgen berührte Midas die Wasserhähne im Bad und sie wurden zu Gold, wie die Zahnbürste und das Waschbecken. Er küßte seine Gattin, die sich in eine goldene Statue verwandelte. Danach umarmte er seine Tochter und seine Enkelkinder. Sie wurden zu Gold. Midas trug die Statuen in den Garten, so dass staunende Zaungäste sie sahen. Er saß derweil in einem goldenen Lehnstuhl auf der Terrasse und winkte allen huldvoll.

Das Goldwunder sprach sich schnell herum. „Habt ihr‘s schon gesehn? Midas hat seine ganze Familie in schierem Gold nachbilden lassen!“ Der muß wirklich reich sein, meinten die Leute. Midas hörte genau hin, was sie redeten. Als er sicher war, dass alle vor seinem Reichtum erschauern, rief er die Götter an.

Nun wollte er vom Fluch des Goldes wieder befreit werden. Beim ersten Mal mußte Midas nur im Flusse Pactolus baden, dessen Ufersand zu Gold wurde, während alles was er vorher zu Gold gemacht hatte, sich wieder zurückverwandelte. Er zog gerade seine Badehose an, als der Götterbote Merkur ins Zimmer flog. „Botschaft vom Chef“, sagte der. „Aus deinem Badeurlaub wird nichts. Der Pactolus ist ausgetrocknet.“

Bild: Dämonenverbrennung, Öl auf Karton

Die alten Mythen gehören zum universalen Kulturerbe der Menschheit. Ihre Weisheit ist in der Seele verankert und wir können ihren Faden weiterspinnen und Neues daraus weben. Siehe hierzu auch meinen früheren Blogbeitrag zum König Midas

siehe weiter unten: 29.6.2015 -  Fluch der Raffgier

 


 

Der Fische-Neumond bestimmt die Zeitqualität bis September - 24.3.2016

Die Neumondeklipse vom 9. März 2016 polarisiert das mundane Geschehen bis Herbst. Einerseits wird nun für manche Menschen eine tiefe geistige Initiation erfahrbar und die spirituelle Aufladung ist so stark, dass sie sogar im Alltag Aha-Erlebnisse bewirken kann. 

Parallel dazu baut sich im Außen eine gestrenge, aber auch heilsame Kraft auf. Aufschneider und Sonnenkönige die glauben, sie könnten sich alles erlauben, werden in die Schranken gewiesen. Es kommt zum Bruch alter Strukturen und Privilegien. Noch immer wirft das Quadrat von Uranus und Pluto starke Spannungen auf, die überall Krisenherde aufflammen lassen. Doch Pluto symbolisiert auch eine reinigende, erneuernde Kraft, die im Verbund mit Uranus zum Umsturz alles Überholten führt.

Dieser Fischeneumond begünstigte die Aussaat, denn er bedeutete eine außerordentliche Aufladung der Erdkräfte, die bis September wirkt. Ich säte an dem Tag fast das gesamte Gemüse für mein Gartenjahr, und schon drei Tage danach begann das Sprießen der Pflänzchen.

Die spirituelle Seite dieses Fische-Neumonds dürfte nur wenigen bewusst sein. Es handelte sich um eine Übertragung von Kraft und Wissen aus sehr alten Wurzeln. Geistige Quellen spenden archetypisches Wissen. Dies geschieht allerdings nicht beliebig, sondern wird denen verliehen, die sich öffnen. Der Neumond stellte eine direkte Verbindung zu spirituellen Urahninnen her. Wer das Geschenk zu nutzen weiß, vermag fortan Heilsames aus zeitloser Urquelle zu schöpfen.

 


Hexenjagd auf unbequeme Künstler   -  7.3.2016

Kürzlich las ich in der Presse, dass es in Spanien eine Repressionswelle gegen unliebsame Kunstschaffende gibt, die Kritik wagen und herrschende Zustände künstlerisch aufgreifen.

Künstlern drohen offenbar Haftstrafen, weil ihre Kunst angeblich religiöse Gefühle verletzen oder unter die Antiterrorgesetze fallen würde. Aber Gesetze und Verordnungen sind dem Ermessen ihrer Anwender praktisch „ausgeliefert“.

Ebenso die Kunst. Die einen stört‘s, wenn Künstler unangenehme Wahrheiten verarbeiten, andere finden es wichtig. Bildende Kunst ist keine Dekoration. Sie muß aufzeigen und Fakten ins Bewusstsein heben. So wurden z.B. in Spanien Hostien dazu verwendet, um auf die massenhaften Vergehen an Schutzbefohlenen der Kirchen hinzuweisen.

Es ist freilich ein Reizthema, aber den Künstler bestrafen zu wollen zeigt, dass der Mißbrauch gesellschaftlich noch immer nicht aufgearbeitet ist. In diesem Sinn gehört sogar die Hexenjagd zum Kunstwerk dazu, denn sie entlarvt die Absichten und Defizite der Gesellschaft.

Nur wer Geschehenes leugnet oder vertuscht, wird sich an offenbarender Kunst und ihrer konfrontierenden Ausdrucksweise reiben, oder Künstler vor den Kadi zerren. So etwas kennen wir aus totalitären Staaten, aber für Europa ist so ein Umgang mit der Kunst völlig inakzeptabel.

 

 

Bild: „Reliquiar für einen Feldhasen” Glas, Schädelknochen, Papier, Hasenleim

 


 

Augsburg nennt sich Friedensstadt, doch führen Bürokraten gegen Bürger Krieg  -  1.3.2016

Manche machen dabei skurrile Faxen.

Es ist eine Weile her, da wählte jemand unser Fax x-mal an, doch ich hörte am Klacken, wie die Übertragung beim Senden des Signaltons jedesmal abgebrochen wurde. Zwischendurch kamen andere Faxe an, alle in Ordnung. Stunden später beschwerte sich eine Bürokratin (sie war uns bekannt) auf AB, wir möchten unser Faxgerät überprüfen, sie habe mehrmals versucht ein Fax zu senden (die Aufnahme haben wir noch!). 

Niemand muß ein Fax haben, damit Bürokratius Faxen machen kann. Oder doch? Tage später kam das Fax an (vielleicht nach einem Faxkurs?). Mit der Post wäre der Brief allerdings nie angekommen, denn die Adresse war fehlerhaft. So was!

Ich weiß zwar nicht, wieviel eine „Oberrätin” verdient, aber womit sie ihre Tage im Amt verbringt, weiß ich. Denkt die Augsburger Stadtregierung nicht gerade darüber nach, wo man Personal einsparen kann? Vielleicht kann man sich solche Faxen sparen. Zeit ist doch auch Geld.  

Aber die Inspiration für das Hörstück war’s allemal wert!                         

 Faxkrieg, Dez. 2014  Hörstück von Karin Brandl (zum Abspielen Symbol anklicken)

 

 

O Heiliger Demokratius bitt‘ für uns!   -  erstmalige Anrufung 18.2.2016

NEU! Jetzt ewige Andacht - täglich rund um die Uhr

aus der Sammlung ‘Heimat Augsburg’, von Karin Brandl

 

 


 

Loden ist der bayrische Filz.  -  6.2.2016

Seit 2009 verfasse ich immer wieder kleine Hörstücke. Oft nur ein paar Sätze, gern auch in meiner bayrischen Mundart, satirische Denkanstöße, manchmal sind es Hörner die ich mir abstoße, damit ich dann hineinblasen kann.

Loden-Kartell, Hörstück (zum Abspielen Symbol anklicken) Dies war eines meiner ersten Stücke. Damals begann ich, mich für Filz und seine Auswirkungen zu interessieren.

Filz geht mit Seife Jede Gegend verlangt nach einem, ihr eigenen, Gestaltungsmittel. Im Licht von Südfrankreich sind es die Aquarellfarben, in Spanien Keramik mit bunter Glasur, bei uns in Augsburg ist es der Filz.

Ich übe mich im Naßfilzen, um mich in dieses einzigartige Medium tiefer einzuarbeiten. Filz ist planvolle Absicht einer kreuz und quer überlagerten Fasermasse, die so lange eingeseift, gekocht, geschlagen und kräftig geknetet wird, bis alles zusammenhält, wie Pech und Schwefel. Um Filz herzustellen, entfilze ich einen Hund.

Eines Tages wird mich ein Filz behüten wie ein Wachhund.

 


 

Was du nicht willst, dass man dir tu‘, das füg‘ auch keinem andern zu! -  20.1.2016

Dieses alte Sprichwort offenbart ein tiefes Bewusstsein magischer Zusammenhänge. Magisches Denken ist ein Denken in Entsprechungen und „Schwarze Magie“ ist keineswegs so schwarz, dass man sie nicht sieht. Sie ist bunt und vielfältig und begegnet uns jeden Tag.

Eine alte magische Regel besagt: Gleich zu gleich gesellt sich gern. Und aus dem Alltag kennen wir das „Gesetz der Serie“, wo eine Situation sich mehrfach wiederholt. Der Volksmund sagt dann klugerweise dazu: ein Unglück kommt selten allein! Denn oft hat es dämonische Begleiter. Wer einem anderen schaden will, erzeugt bewusst eine negative Situation, allerdings auch für sich selbst. Denn er steht dabei nicht außerhalb, sondern mittendrin. Täter und Opfer sind energetisch verbunden. Bereut der Täter, bekommt er ein schlechtes Gewissen, das bekanntlich kein sanftes Ruhekissen ist. Wer sich dann nicht schleunigst entschuldigt, ist selber schuld! - Unruhe zieht unruhige Dämonen an.

Dämonen sind emotionale Projektionen menschlicher Seelen, die sich abgespalten und verselbständigt haben. Wer Schaden aussät, wird Schaden ernten, weil ihn schadenwollende Wesen begleiten. Oft erhält derjenige dann genau das, was er anderen antat. Deshalb besagt eine andere magische Regel: alles was du aussendest, fällt auf dich zurück - das Gute, wie auch das Schlechte. Sehr weise, die alten Ahninnen! Es lohnt sich, über diese Zusammenhänge nachzudenken.

So wird deutlich, dass magisches Denken weder abgehoben, noch kindisch ist, sondern schlicht praktische Lebensweisheit, die schon unsere Urgroßmütter kannten. Alle müssen sich mit den Folgen ihrer Projektionen, früher oder später, auseinander setzen. Als ganzheitliche Philosophie fördert Magie die soziale Intelligenz, die zu Mitgefühl und liebevollem Handeln führt

 


 

Mit guten Vorsätzen für’s neue Jahr - 8.1.2016

Alles Geschaffene entwickelt sich weiter. Dieses Gesetz wirkt auf allen Ebenen. So läßt sich mit der Zeit feststellen, dass all unsere Schöpfungen, Imaginationen, Wunschgebilde sich weiterentwickeln, auch ohne bewußtes Zutun. Das Unbewußte ist ein braver Diener und schon macher konnte sich der Geister, die er rief, nicht mehr erwehren. Dies ist einer der Gründe für den großen Respekt, welchen die Göttin der Magie ihren Schülerinnen und Schülern abverlangt. Unkontrollierte Energien richten möglicherweise Schaden an! Deshalb räuchern wir ja auch das alte Jahr mit seinen Dämonen immer wieder aus; wir zerstören unerwünschte Energieformen um Platz für neue zu schaffen.

Magische Energiebalance bedeutet, im Einklang zu sein, mit der Welt und allen Wesen. In Einheit sind wir am Ursprung - in der Weltseele - zwar seit ewigen Zeiten. Aus ihr können wir gar nicht herausfallen. Aber in Mißklang mit der umgebenden Welt kann ein Mensch durchaus geraten, z.B. wenn er sein eigenes Seelenlied nicht kennt, sondern mit selbsterfundenem ‘tollem Song’ ins Lied der Welt einstimmt, ohne zu merken wie er damit die Harmonie stört.

Schöpferische Rituale schaffen Veränderungen. Fangen wir bei uns selbst damit an. Kommen wir in die eigene Mitte, in den Ruhepunkt, wo das wahre Lied der Seele erklingt.   

Die Beschäftigung mit dem räumlichen Mittelpunkt der Wohnung führt nach und nach auch zur inneren Zentrierung. Im Auge des Wirbelsturms herrschen Ruhe und Windstille. Das kann auch im Lebensmittelpunkt erreicht werden, um den die äußeren Dinge des Lebens herumwirbeln, während wir aus dem Zentrum immer wieder Kraft schöpfen.

 Die magische Mitte  Kreative Rituale im Zentrum der Macht Handbuch von Karin Brandl

 

 


Bald sind die Rauhnächte  - 14.12.2015

Mit Weihnachten verbinden wir allgemein feine Düfte. Neben dem Aroma von Backwerk und Plätzchen ziehen in der dunklen Zeit des Jahres immer häufiger edle Räucherdüfte durchs Haus. Doch nach den Feiertagen, zwischen Weihnachten und Hl. Dreikönig liegen besondere Räuchertage: die Zwölfnächte oder Rau(ch)nächte, die ihren Namen vom Rauch haben, der früher an diesen Tagen der Räucherpfanne entströmte. Traditionell wurden in dieser Zeit Haus und Stall „ausgeräuchert".

Räucherwerk diente hierbei zur Reinigung und Abwehr negativer Einflüsse und Geister, welche nach altem Volksglauben in diesen Nächten ihr Unwesen treiben. Dann nämlich zieht Frau Perchta mit der „Wilden Jagd", dem Wuotansheer („Wutsheer") und dem Seelenheer der Toten durch die Lüfte. Säumige, Faule, Nachlässige und Vorwitzige bestraft die Percht durch nächtlichen Spuk. Wohltat und Belohnung erweist sie hingegen den Fleißigen und Hilfsbereiten. Deshalb achtete man gerade in der Perchtenzeit besonders auf Sauberkeit und vermied jede Schlamperei, um nicht die Wut der Percht auf sich zu ziehen. Sicherheitshalber wurde aber noch kräftig geräuchert, um die negativen Kräfte auch wirklich zu bannen.  Rezept für eine Räuchermischung

 

Winterzeit ist Räucherzeit!

Räucherduft und Feuerzauber  Handbuch von Karin Brandl

 


 

Astrologische Jahresvorschau für 2016    -  Deutung von Karin Brandl 13.11.2015 

Botschaften aus tiefster Seele finden Gehör. - Das Aspektbild im Sonnwendhoroskop vom 22.12.2015, 5.49 Uhr MEZ, zeigt ein „Haus“ aus Trigon- und Sextilstrukturen (blau), an dessen Firstspitze Merkur-Pluto im Steinbock sitzt. Das Jahr wird beherrscht von machtvollem, aber auch zwanghaftem Denken. Ein großes Erdtrigon mit Mond und Jupiter (in Stier - Jungfrau) begünstigt ... mehr lesen

 


Eine ungeplante Kunstaktion  -  28.10.2015

Meine Hochwasser-Kunst wirkt. Denn in der Folge entspann sich an meiner Holzwand eine mysteriöse Kommunikation, und so wurde aus der kleinen Info zur Hochwasser-Kunst im Hochwassermuseum von Ottfried Fischer, ungeplant eine interaktive Kunstaktion , welche der übergriffigen Person aus meiner Nachbarschaft einen Rahmen der Offenbarung bot (wobei ich nicht weiß, ob sie sich dessen bewußt war).

mehr dazu: Kunst wirkt. Kunst stört - ja manchen verstört sie regelrecht.

 

 


Hochwasser-Transformation  -  7.10.2015

In Augsburg wurden die Tatsachen zum strafbaren Hochwasser stets vertuscht. Vom Schaden der Überschwemmten wollte eh keiner was wissen. Der große Kopf des Verursachers paßte nicht in die Wahrheit. Die lokale Heimatzeitung die man hier kaufen kann, umschrieb alles freundlich. Hochwasser - eine Laune der Natur. Und Lokalpolitiker mußten pflichtgemäß spezln, damit nichts durchsickert.

Seit ich ‚Herbeigeführtes Hochwasser durch ein Wasserkraftwerk‘ in Glasflaschen abfüllte, nervt es mich nicht mehr, sondern es macht Kunst-Sinn. Die Hochwasser-Ausstellung in Passau ‚veredelte‘ unser Augsburger Hochwasser. Als Kunstobjekt ist es jetzt in aller Munde.

mehr zur Hochwasser-Kunst  

 

 


Mein Paradies trägt Früchte   -  11.8.2015

„Da muß was dran sein, an der Kraft der Sterne“, sagte neulich mein Nachbar. „Sonst hätten wir ja alle schon so rote Tomaten.“ Am Wetter konnte es jedenfalls nicht liegen.

 

Meine Tomaten waren heuer die ersten in der ganzen Umgebung. Bereits Ende Juli erntete ich reife Früchte. Sogar die Fleischtomate, die sonst immer zu den Späten gehört, ist heuer früh dran.

Ich säte sie unter der Konjunktion von Venus und Mars in Töpfchen (siehe Blogeintrag vom 23.2.2015). Konjunktion bedeutet, dass zwei Planeten, von der Erde aus gesehen auf dem gleichen Tierkreisgrad stehen. Astrologisch beginnt damit ein neuer Zyklus der beiden Planeten, die sich diesmal im tropischen Tierkreis auf dem 1. Grad Widder verabredeten, also an der Stelle, wo der Tierkreis beginnt.

Für meine Tomatenernte war diese Power-Konjunktion wirklich ein Segen! 

Bild: Meine Ernte vom 4. August 2015.

 


Das Zauberbuch der Hexe  - eine Augsburg-Satire  - 3.8.2015

Es ist zwölf Jahrhunderte alt. Die Mäuse haben es angefressen und der gemeine Lesekäfer. Aber ein paar gute Sprüche hat es noch!

„Nimm reines Pergament und schreib‘ mit spitzer Reiherfeder drauf:

Niemand wird die Stadt verlassen, nur weil Himmelblaue und Rosarote und Grünblonde das gern hätten. Schaden fällt auf Schadpolitiker zurück.

So sei es!“

Hei, da serviert die alte Hexe dem Paten und seinen Rottweilern einen magischen Rückschlag der sich gewaschen hat - im Triebwerkskanal! Und die blonde Unesco wird Ochsenaugen machen, wenn die Welt vor Wasserkraft zusammenbricht. Doch der Referent kann nicht wie dereinst Luther, über die rettende Treppe „da hinab“ entfleuchen. Wo Fischtreppen fehlen (und das ist hier fast immer und überall der Fall) gibt es keine Rettung. Baupfusch! Das muß man denen nicht zweimal sagen. Läuft doch wie geschmiert.

Lang schon nicht mehr gesehen wurde der Baureferent. Vielleicht schläft er ja im Turbinenfundament. Oben drauf ein neues Haus und aus die Maus! Keiner kann sich das denken. Ordnung und Sicherheit haben vor Jahren schon ausgestempelt. Und die Umwelt? - Die lebt jetzt in der Zone, da kommt sie gar nicht mehr raus. Vielleicht hat ihr die Regentschaft der Giganten jedes menschliche Maß schon verzogen?

 

Bild: Der zyklische Drache, Holzschnitt

Anm. d. Autorin: Wir müssen pausenlos zaubern in Augsburg, wir haben nichts und es fehlt überall. Im Stadtrat fliegen die Millionen hundertfach durch den Saal und keiner denkt mehr darüber nach, wer die mal bezahlen soll. Es ist ernst.

 


Ein großer Tag der Demokratie in Augsburg    -   13.7.2015

 

Die Werbemittel-Politik von CSU-OB Gribl ist gescheitert! Der gestrige Bürgerentscheid lehnte die Fusion der Stadtwerke Augsburg mit der Thüga-Tochter Erdgas Schwaben eindeutig ab. 72,2 % unterstützten den Vorschlag der Bürgerinitiative und nur 34,6 % folgten den Absichten der Fusionsbetreiber.

Die Augsburger ließen sich von massiver Propaganda nicht benebeln. Sie sind halt klüger als ihre konzerngeile Privatisierungsregierung, die die Filetstücke kommunaler Daseinsvorsorge bedenkenlos aus der Hand gegeben hätte.

Jetzt haben die Augsburger Bürger wieder eine Stimme, die man nicht überhören kann. So viele Menschen haben dabei mitgeholfen. Das ist wunderbar! Und es ist dringend notwendig in einer verworfenen Stadt, über die man so manches hört ...

siehe z.B. unten: Politik    -   ein Gedicht zum Augsburger Frühling, 5.3.2015 und weitere Hörstücke von Karin Brandl

Foto: Fluchtburg, Objektperformance von Karin Brandl

 


Die Stimmen von Augsburg - Satire von Karin Brandl  -  6.7.2015

Im Rathaus von Augsburg hört man derzeit Stimmen. Das ist nichts Neues. Vor sechs Jahren hörte der Oberbürgermeister den „Spirit von Augsburg“ in der Innenstadt und ließ seine Sprüche von einer Werbeagentur mit Klebebuchstaben auf den Boden pappen. Nur das Volk latschte achtlos über diese Verrücktheit hinweg.

Doch diesmal ist es ernst. Die unerklärlichen Stimmen tauchten im Foyer auf, manchmal im Oberen Fletz, in den Fraktionsbüros der Stadträte oder unten im Ratskeller. Sogar im Klo des Hausmeisters soll es schon geblubbert haben.

Alles Banane?

Neulich, als eine kubanische Reisegruppe den Goldenen Saal besichtigte, raunten die Stimmen von überallher aus dem reich vergoldeten Stuck: „Wir Augsburger sind doch nicht blöd!“ - „Wir wissen, was wir wollen.“ - „Das merkt doch jeder, dass da was faul ist.“ - „Wir haben jetzt alles hier, was es in einer Bananenrepublik auch gibt.“

Manche Stimmen verrieten die Zukunft. Sie sagten voraus, dass die Befürworter der Fusion, die die kommunalen Stadtwerke an die Thüga AG anbinden wollen, die Stimmen der Augsburger beim Bürgerentscheid am kommenden Sonntag selber aussortieren ... äh, Verzeihung ... auszählen werden. Wie die Abstimmung ausgeht, wußten die Stimmen auch schon.

Ein Kubaner, der gut Deutsch sprach, übersetzte alles diskret für seine Landsleute. Da nickten diese. Ja, das kannten sie auch. Wahlen war nicht zu trauen. Gottlob ist das in Kuba nun vorbei.

Aber in Augsburg droht erst mal der Weltuntergang - egal wie die Abstimmung am Sonntag ausgeht. Denn die Engel der Apokalypse wurden bereits am Lueg ins Land gesichtet, und über dem Rathaus ballen sich schwarze Wolken.

 


Fluch der Raffgier   -   29.6.2015

König Midas von Phrygien wünschte sich von den Göttern, dass alles was er berührt in Gold verwandelt wird. Sie waren so nett, ihm den Wunsch zu erfüllen. Am Morgen war noch alles o.k., die Wasserhähne im Bad wurden zu Gold, die Zahnbürste - Midas war überwältigt. „Tschüß Schatz“, rief er, und eilte ohne Frühstück aus dem Haus. Er beachtete die Haustür nicht, die zu Gold wurde. Als er den Wagen berührte, wurde er zu Gold. Das Gold spiegelte sich in seinen Augen als gelber Schimmer. Wie im Rausch raste er ins Geschäft.

Mittags aber wurden Schnitzel und Pommes frites zu Gold, sobald sie seine Lippen berührten. Das gefiel ihm weniger, zumal auch das Weißbier nach dem ersten Schluck eine trübgelbe Soße war. Als er später seine Tochter berührte, verwandelte sie sich in eine goldene Statue. „Du Depp, was hast du getan“, schrie ihn die Gattin an. Da erst erkannte Midas, dass seine Gier nach Gold sein Leben zerstören würde. Er bat die Götter um Erlösung.

Sie waren so nett und erfüllten ihm den Wunsch. Er mußte im Fluss Pactolus baden, dessen Ufersand zu Gold wurde, während alles was er vorher zu Gold gemacht hatte, sich wieder zurückverwandelte. „Midas du bist nur ein Mensch und noch dazu kein allzu schlauer“, sagten die Götter. „Wir können Gold essen, du nicht! Drum versuche gar nicht erst, wie wir zu sein.“

 

 

 

zum Bild: das Goldstück in der Politik, Filz geht mit Seife, Kunstkonzept 2013

Mythen erhellen Lebenszusammenhänge

Ich habe die Sage von König Midas hier neu erzählt, weil sie für unsere heutige kapitalistisch orientierte Welt durchaus eine Botschaft hat. Mythen, Fabeln und Gleichnisse bergen tiefe Erkenntnis und können das Leben erhellen. Die alten Mythen gehören zum universalen Kulturerbe der Menschheit.

 


Die Wildrosen blühen  -   15.6.2015

 

Meist beachten wir sie erst, wenn ihr Duft uns aufmerksam macht, denn die zarte Hecken- oder Wildrosenblüte ist eher klein und unscheinbar. Dabei steckt in ihr ein ganz besonderer Geist ...

die Signatur der Wildrose

 


Magische Anziehungskräfte    -   31.5.2015

Einst als Kind nahm ich an einem Ballonwettbewerb teil. Meine Mutter gab mir den Faden in die Hand und sagte „gut festhalten“. Am unteren Ende hing die Postkarte, die sie für mich ausgefüllt hatte, oben zappelte der Ballon im Wind.

Mit dem Startsignal ließen alle Kinder ihre Ballons in den blauen Himmel steigen. Ich schaute meinem lange nach und erträumte mir, dass er ganz, ganz weit, am besten in ein anderes Land fliegt, und die Postkarte mit einer ausländischen Briefmarke zurückkehrt. - Es geschah nicht.

Ich gehöre nämlich zu den Finderinnen!

Offenbar besitze ich einen Magnetismus für Ballons. Heute vormittag beim Spaziergang im Wald fand ich wieder eine Ballonkarte - die dritte meines Lebens (die vorige war sogar aus der Schweiz). Alle sind mir im Wald begegnet, allein zwei hier im Haunstetter Wald.

Von Ameisen schon arg angefressen, lag sie neben dem Weg, nördlich des kleinen Weihers der Schießplatzheide. Ein Kind ließ den Ballon vor drei Wochen in Nordrhein-Westfalen fliegen. Er kam ganz schön weit.

Jetzt kehrt Stella‘s Karte zurück und vielleicht gewinnt sie den Wettbewerb damit. Würde mich freuen ...

Luftbild der Fundstelle

 

 

 

 


Schwarze Erde voller Leben    -    25.5.2015

Im Garten ist Kompost mein wichtigster Dünger. Er besteht aus Gemüseabfällen, Gras, Holzasche, Eierschalen, Kaffeesatz, Teekräutern, Strauchschnitt usw. Außer Geduld kostet er nichts.

Reifer Kompost, der ein Jahr Zeit für die Umwandlung der Abfälle hatte, ist dann ein nahrhafter, schwarzer Humus für’s Gemüse. Tomaten, Zucchini, Kürbis und Kartoffeln gebe ich ein paar Schaufeln extra ins Pflanzloch. Guter Kompost riecht nach Erde und ist voller Leben. Würmer, Tausendfüßler und anderes Getier lockern dann den Boden in den Beeten auf, wo Kompost im Herbst oder Frühjahr eingearbeitet wurde.

 

In der Natur gibt es keinen Müll. Abgestorbenes wird wieder verwertet und es entsteht neues Leben draus. Der Naturkreislauf erdet mich, ich komme bei dieser Arbeit zur Ruhe, werde konkret und klar. (Bilder aus meinem Kompost)

Das Element Erde zeigt uns, was wirklich wichtig ist im Leben.

 

siehe auch meine kurze Übersicht: Die Elemente

 

 

 

 

 


Venus und Mars segnen meine Aussaat  - 16.5.2015

Unter ihrer Konjunktion säte ich heuer meine Paradiesäpfel (siehe Blogeintrag vom 23.2.2015: Himmlischer Anblick von Venus und Mars). Die Tomaten sind zu kräftigen Pflanzen herangewachsen.

Diese pflanzte ich ins Tomatenhaus und mit Ende der Eisheiligen beginnt jetzt die Kulturphase - d.h. regelmäßig gießen, pflegen, lüften, Geiztriebe entfernen usw. (Schnecken gibt es heuer viele, aber bei Tomaten sind sie kein Problem).

Und im Sommer reifen dann meine Ochsenherzen aus Siebenbürgen und Ligurien ... aber bei Gartenarbeit denke ich immer an den Gärtner auf der Sieben Scheiben im Rider-Waite Tarot, der geduldig warten muß, bis das Gemüse fertig ist, denn das physische Wachstum erfolgt nach eigenen Gesetzen, die wir kaum beschleunigen können.

 

 

 

 


Kreativ am Tag der Arbeit     -    4.5.2015

Der regnerische Maifeiertag spülte mir ein Stadtwappen zu meiner Sammlung „Heimat Augsburg” auf den Geistertisch. Haben sich die Doppeladler denn im Streit zum dunklen Gewölle zerfleddert?

Das schwarze Filznest fertigte ich schon vor zwei Jahren an (Projekt: Filz geht mit Seife), aber man kann es immer neu zitieren - vor allem, wenn solche Dinge passieren, wie hier ...  

 

 


 

Ist der Tarot ein Orakel oder ein Weisheitsbuch? - 28.4.2015

Als die Menschen noch ganz im magischen Natur- und mythischen Seelen-Bewusstsein eingebettet lebten, waren alle Orakel Zeiger göttlicher Bestimmung. Der frühere Mensch fragte das Orakel: Was wird geschehen? und erfuhr sein bestimmtes Schicksal.

Mit Entwicklung des perspektivischen Denkens erkannte sich der Mensch als Individuum im Raum. Nun konnte reflektierende Weisheit entstehen. Weisheit ist die Essenz aus Wissen und Erfahrung und sie rät zum richtigen Handeln. Wir befragen sie als Ratgeber: Was soll ich tun? Durch die aktive Fragestellung werden die Menschen zum Gestalter des eigenen Schicksals und sind nicht von göttlicher Bestimmung abhängig. - Die Weisheit enthob die ursprüngliche Orakelmagie ihres Zwanges und die Divination (Befragung von Orakeln) diente fortan der Entscheidungsfindung.

Durch Bewußtseinsreife wurden Orakel vom sakralen göttlichen Fingerzeig zum weisen weltlichen Ratgeber. Folglich ist der Tarot, der erst im 15. Jhd. entstand, ein Weisheitsbuch, so wie entwickelte Formen des I Ging oder der Astrologie, die inneres Wissen reflektieren und zu weiser Erkenntnis anregen. 

Mythologisch ist Weisheit oft weiblich, z.B. die ägyptische Maat, die griechische Metis, die sumerische Himmelsgöttin Inanna erhielt die me -Kräfte von ihrem Vater, Weisheitsgott Enki, der sich mit Bier so berauschte, dass er all sein Wissen an sie abgab. Die Silbe me kommt vom Sanskritwort medha, Weisheit.

Bild: Tarotkarte 0 Der Narr  -  mehr über Tarot

 


 

Wie sich integrales Bewusstsein zeigt  - 21.4.2015

Die vier buddhistischen Segenswünsche sind keine sozialromantischen Utopien. Ihre Meditation ist eine tiefe ego-transformierende Übung, die integrales Bewusstsein fördert. „Mögen alle Wesen ...“, so beginnt jeder Segen. Hier wird bewusst auf ein Ich (einen Absender) verzichtet. In meiner Vorstellung sind alle Wesen, die körperhaften und die unsichtbaren, inbegriffen. Es ist die ungeteilte Ganzheit, die SICH segnet.

Eine christliche Entsprechung sind Jesus Worte: „Was ihr dem Geringsten unter meinen Brüdern und Schwestern tut, das tut ihr mir.“ Im Magischen heißt es: „alles was du aussendest, kommt auf dich zurück.“

All dies ist Ausdruck integralen Bewußtseins. Es ist das Wissen, dass auf subtiler Ebene alles EINS ist und sich egoistisches Bestreben in der Ganzheit auflöst, weil das Ganze mehr ist, als die Summe seiner Teile. 

Die moderne Quantenphysik stellte fest, dass in der microkosmischen Quantenwelt alles subtil verbunden ist. Die getrennte Welt der Einzelformen ist demnach Illusion. - Haben wir diesen Zusammenhalt verinnerlicht, reicht ein einziges Gesetz: lebe aus dem Geist der Ganzheit heraus (der gleichzeitig der Ursprung ist). Im Geist der Ganzheit „mögen alle Wesen glücklich sein ...“

 

 


Buddhas Botschaft   -   31.3.2015

Der Bodhisattva ist ein Wesen auf dem Weg zur Erleuchtung, wobei Nächstenliebe und Liebe zu allen Lebewesen als grundlegende Qualitäten bestehen. Der Erleuchtungsgeist wird erweckt durch vier Wünsche:

Mögen alle Wesen glücklich sein und im Besitz dessen, was Glück herbeiführt.

Mögen alle Wesen frei sein von Unzufriedenheit und von allem was zur Traurigkeit führt.

Mögen alle Wesen nie getrennt sein von Leichtigkeit, Glücksgefühl und Zufriedenheit.

Mögen alle Wesen frei sein von falscher Gesinnung und falschem Handeln.

Beim Blick in Zeitungen sehen wir nur Unglück, Unzufriedenheit, Neid, Gier und Haß ... und so viel Falschheit und Lügen. „Es ist kaum etwas so spottbillig zu haben, wie ein korrupter Politiker” - las ich neulich in der Augsburger Allgemeinen. Politiker, die die Bürger belügen, sind nicht vertrauenswürdig. Sie handeln in falscher Gesinnung und erfüllen ihre Aufgaben nicht mit Verantwortung und Sorgfalt. Sie verursachen Leid und Unzufriedenheit. 

Ich meditiere über die Segenswünsche der Bodhisattvas (Abb.: tib. Tara), weil gute Gedanken ein subtiles Kraftfeld schaffen, das die Welt verändert.

 


Astrologische Deutung der Fische-Eklipse   -   21.3.2015

Mit der Sonnenfinsternis vom 20. März 2015 schließt sich ein Kreis.

Blicken wir zurück ins Jahr 1997  -  Was damals begann, wird jetzt wieder angepackt, jedoch unter neuen Vorzeichen. Chiron löst das damalige Stellium von Neumond, Merkur und Venus aus. Er lehrt, wie alte Verletzungen und Fehler ausgemerzt werden können.

Heilung gelingt aber nur durch Einsicht und Annehmen des wunden Punktes - ohne Annehmen kein Loslassen. Der Schwarze Mond in Opposition zeigt an, dass wir die analytische Fähigkeit und Erdung des Jungfrauzeichens brauchen, um nicht Täuschung oder Illusionen zu erliegen. Im Schlaglicht genauer Analyse kommen unangenehme Dinge heraus und Träume, Verschleierung oder gar Lügen werden jetzt von der Realität überholt. Es kommt zu Ent-Täuschungen (= Ende der Täuschung!).    

Wer diese Wandlung nicht vollzieht, wird von Saturn zurechtgestutzt. In Konjunktion zum damaligen Schütze-Pluto leitet er die Ablösung alter Macht(Denk)-Strukturen ein.  -  Die Bereitschaft zu Vereinfachung, Beschränkung, Genügsamkeit und Ordnung ist zu empfehlen.

Mit Uranus nahe absteig. Mondknoten im Widder blicken wir u.a. auf rebellischen Eigensinn, der bewältigt werden muß, damit die Harmonie wieder hergestellt wird.

Diese Entwicklungen laufen bis Herbst.    -   Astro-Jahrestrends 2015

 

 

Im Saros-Zyklus aufeinander folgende Sonnenfinsternisse von 1997 und 2015

9.3.1997 - Horoskop innen,  außen Planeten vom 20.3.2015

 

 

 


Totale Eklipse auf 29°27' Fische   -   17.3.2015

Am Freitag 20. März verfinstert der Mondschatten die Sonne für 2 Min 47 Sek. Die Totalitätszone läuft vom Nordatlantik über Spitzbergen ins Arktische Meer. Das Schauspiel kann bei uns als partielle Sonnenfinsternis beobachtet werden.

Ihre Vorläuferin im Saros-Zyklus war die Finsternis vom 9. März 1997 auf 18°31' Fische, über Sibirien und der Mongolei.  -  Die Saros-Zyklen wurden vor drei Jahrtausenden von den Chaldäern entdeckt. Die mesopotamischen Priester zeichneten alle Himmelsereignisse systematisch auf. Bei der Auswertung entdeckten sie, dass auf jede Finsternis nach genau 18 Jahren und 11 1/3 Tagen wieder eine ganz ähnliche Finsternis in derselben Himmelsregion folgt. Das babylonische Wort „sar“ bedeutet u.a. Universum und Wiederholung.

Am Freitagvormittag setze ich zur Sonnenbeobachtung eine Spezialbrille auf. An mein Fernrohr montiere ich den Sonnentisch, wo das Bild der Sonne drauf projiziert wird. So können wir die Finsternis sicher mitverfolgen.

Hoffentlich spielt das Wetter mit!

 

 

 

 


Nicht müde werden, Mut zu haben   -   12.3.2015

Worin besteht für Sie die gesellschaftliche und politische Verantwortung des Dichters? - fragte Adelbert Reif die Dichterin Hilde Domin.  -  Darin, Zeuge seiner Zeit zu sein, antwortete sie.  -  Dichter sollten hinhören auf „die leise Stimme des Herzens“, ohne sich von der Wirklichkeit abzukehren und sie bräuchten dreierlei Mut: Den Mut, sie selbst zu sein. Den Mut, nichts umzulügen. Und den Mut, an die Anrufbarkeit der anderen zu glauben

 

„Nicht müde werden

sondern dem Wunder

leise

wie einem Vogel

die Hand hinhalten.“

Hilde Domin

 

   Bilder von Karin Brandl


 

Politik   -   Gedicht zum Augsburger Frühling, von Karin Brandl   -   5.3.2015

tanz‘ Marionette, tanz‘ aus Holz und Filz bestehst du ganz

dein großer Kopf ist geschnitzt von jemand dem du nützt ... 

 

 

 

 

Den ganzen Text lese ich Ihnen gern persönlich vor. Zum Abspielen das Symbol anklicken.

  Politik - ein Gedicht , Hörstück, März 2015                            weitere Hörstücke

 

 


 

Magische Frühjahrskur  -  2.3.2015

Die Kältedämonen des Winters lassen sich mit Kräutern und Salz austreiben. Heute mache ich mir ein Duschpeeling mit Meersalz, für Haut und Aura. Im Mörser reibe ich je einen Teelöffel getrockneten Salbei und Lavendelblüten mit einem Eßlöffel Meersalz zu einem grob bröseligen Granulat.

Und schon beim Vorbereiten steigt mir der feine Duft der Lavendel- und Salbeigeister in die Nase!

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Beim Duschen vermenge ich einen Löffel der Mischung im Handteller mit etwas Pflanzenöl und reibe damit sanft über die nasse Haut.

Das Peeling löst abgestorbene Hautschüppchen und die Haut wird angeregt und durchblutet. Gleichzeitig reinigen Kräuter und Salz die Aura energetisch. Beim Abduschen stelle ich mir vor, wie alle dunklen, negativen Energien weggespült werden

 

 


 

Stoff   -  26.2.2015

Laotse, der alte Chinese, schreibt in seinem berühmten Tao te king, dass die guten Menschen die Lehrer der nichtguten sind. Und die nichtguten Menschen sind der Stoff für die guten.

 

 

 

 

 

 

 

 

Also leben wir mit dem Stoff und machen was draus! - Kunst, Bücherschreiben, Satire, Hörstücke, Fingerzeige, Klarheit, Unterscheidungskraft, Klugheit usw., geht alles nur mit Stoff.

 

Mein Leben gab mir Stoff für die Satire

Brillen für die Bürokratie          

 

 

 


 

Wenn das Windpferd erwacht   -  24.2.2015

Meine kleinen Hörstücke lassen sich nicht aus dem Ärmel schütteln. Sie folgen ihrer Bestimmung und kommen von selbst, meist in aller Früh, wenn ich noch im Bett liege. Tibeter sagen, in der Morgendämmerung erwacht das Windpferd (tib. lungta). Das ist der schöpferische Atem des Geistes.

Kommt es zu mir, schwinge ich mich auf das Pferd.

In Gedanken wiederhole ich den Text so oft, bis ich ihn auswendig kann.

Später tippe ich ihn ab und spreche ihn dann gleich ins Mikrophon.

Oft paßt es nach dem ersten Mal, mitunter muß ich aber am Ausdruck und Klang feilen und manchmal schon hat mein eigenes Lachen die Aufnahme unterbrochen.

Das macht viel Spaß, aber auf Kommando produzieren lassen sich solche Hörstücke nicht. So bleibt ihr Entstehungsprozeß spannend, und ich bin immer wieder überrascht, wenn ein neues Stück zu mir kommt. 

zu den Hörstücken

 

 


Himmlischer Anblick von Venus und Mars  -  23.2.2015

Am Freitagabend (es war glücklicherweise klares Wetter) zeigte sich tief im Westen die schlanke Sichel des neuen Mondes. Sie lag schräg nach rechts geneigt. Links davon fand zeitgleich und mit bloßem Auge gut sichtbar, die Konjunktion von Venus und Mars statt.

Die gleißend helle Venus (derzeit der hellste Planet am Nachthimmel) stand auf Höhe der Mondsichel, und in gerader Linie über ihr leuchtete Mars als rötliches Pünktchen.

Ein seltener Anblick von bezaubernder Schönheit! 

Konjunktion bedeutet, dass zwei Planeten, von der Erde aus gesehen auf dem gleichen Tierkreisgrad stehen. Astrologisch beginnt mit der Konjunktion ein neuer Zyklus der beiden Planeten, die sich diesmal im tropischen Tierkreis zudem auf dem 1. Grad Widder verabredeten, also an der Stelle, wo der Tierkreis beginnt. Was aber beginnt mit Venus und Mars im Widder?

Eine Initialzündung - Liebe, Kunst, Aufbruch, Mut, Begegnung, Fruchtbarkeit, tags drauf säte ich Paradiesäpfel für mein neues Gartenjahr.

Meine Tomaten waren alle Jahre gut, mein Foto zeigt früheren Erntesegen, aber heuer befruchten sie Venus und Mars.

Die werden einmalig! 

 

 

 


alle Bilder,Texte, Hörstücke © Alchima®, Karin Brandl